11.12.2005, von OV Ludwigsburg

Erdbeben als Übungsszenario für das Technische Hilfswerk (THW) und den Malteser Hilfsdienst (MHD)

Ein Erdbeben im Großraum Stuttgart war am letzten Samstag das Übungsszenario für das THW-Ludwigsburg und den Malteser Hilfsdienst aus Ludwigsburg. Um 14.30 Uhr bebt laut Szenario die Erde. Zahlreiche Gebäude und Straßen sind beschädigt oder zerstört.

Foto: THW Ludwigsburg

Auf dem Gelände der Firma Alcatel in Zuffenhausen stürzen zwei Gebäude ein und zwei Gebäude sind teilzerstört. Außerdem fällt der Strom aus. Laut Angaben von Augenzeugen arbeiten zu diesem Zeitpunkt wahrscheinlich sechs Mitarbeiter in den Gebäuden. Weitere Details sind nicht bekannt, da die Handy-Netze zusammengebrochen sind. Um 15.30 Uhr wird daher das THW-Ludwigsburg mit dem Zugtrupp und der 1. Bergungsgruppe alarmiert. Gleichzeitig kommt ebenfalls die 7. Einsatzeinheit des Malteser Hilfsdienstes mit einer Rettungshundestaffel und dem Sanitätsdienst zum Einsatz. Das THW-Ludwigsburg soll mit dem Zugtrupp den Einsatz vor Ort leiten und mit der 1. Bergungsgruppe die Einsatzstelle bei beginnender Dunkelheit ausleuchten und die Verletzten aus den Trümmern befreien. Die Rettungshundestaffel des MHD ortet die Vermissten in den Trümmern und in versperrten Räumen. Nachdem die Personen vom THW gerettet wurden, übernimmt der Sanitätsdienst der Malteser die Versorgung der Verletzten.

Um 16.10 Uhr treffen acht Einsatzkräfte des THW mit drei Fahrzeugen und zwölf Malteser mit fünf Fahrzeugen an der Einsatzstelle in Zuffenhausen ein. Nachdem der Zugführer des THW-Ludwigsburg, Hans-Peter Riethmüller, mit dem Zugführer des MHD, Michael Becker, die Einsatztaktik abgesprochen hat, beginnen zeitgleich vier Rettungshundeführer mit ihren Hunden mit der sogenannten biologischen Ortung, dem Aufspüren von Personen, in den beiden teilzerstörten Gebäuden und dem Trümmerkegel, den Überresten von zwei weiteren Gebäuden. Außerdem leuchten die Helfer der 1. Bergungsgruppe mit einem 40-kW-Notstromaggregat und zahlreichen Scheinwerfern die Einsatzstelle aus. Nach nur 25 Minuten ist die gesamte Einsatzstelle abgesucht und vier Personen sind geortet. Sofort kommt die 1. Bergungsgruppe zum Einsatz. Der 1. Vermisste ist zwar nur leicht verletzt, sein rechter Arm ist gebrochen, allerdings ist der Raum im 2. Stock, in dem er sich befindet, nicht mehr zugänglich. Deshalb muß mit dem Trennschleifer und einem Vorschlaghammer die Wand durchgebrochen werden, damit der Verletzte gerettet und an die Sanitäter des MHD zur medizinischen Versorgung übergeben werden kann. Zeitgleich arbeiten die THW-Helfer daran, einen bewusstlosen jungen Mann vom Dach eines gut zwei Meter hohen Nebengebäudes zu retten. In stabiler Seitenlage wird der 2. Vermisste in einem Schleifkorb, einer sehr stabilen Metalltrage, über eine schiefe Ebene aus drei zusammengesteckten Leiterteilen vorsichtig herabgelassen. Anschließend müssen die THW-Helfer einen 3. Vermissten aus einem Kellerschacht befreien. Und auch der 4. Vermisste, der mit einem gebrochenen Bein in einem Trümmerkrater aus Stahlbeton liegt, kann schließlich von vier Helfern mit dem Schleifkorb aus dem Gefahrenbereich gebracht werden, wo ihn Sanitäter sofort versorgen. Als die beteiligten Helfer schon aufatmen, dass nicht sechs sondern nur vier Personen verletzt wurden, meldet sich ein Zeuge, der eine wahrscheinlich unter Schock stehende Person kurz nach dem Beben gesehen hat. Der Mann lief von den vom Erdbeben betroffenen Gebäuden weg auf das weitläufige Firmengelände. Sofort wird eine Suchkette gebildet, um das Gelände systematisch abzusuchen. Einige Minuten später wird der Mann vor einem Gebäude sitzend entdeckt.

Nach einer Stunde und 20 Minuten ist die gemeinsame Einsatzübung erfolgreich abgeschlossen. Erneut haben THW und MHD gemeinsam geübt, um auf den Ernstfall möglichst gut vorbereitet zu sein. Alle 20 Einsatzkräfte haben ihre jeweiligen Fachkenntnisse und die gute Zusammenarbeit zwischen den beiden Organisationen noch weiter verbessert.

Unser Dank gilt der Alcatel SEL AG und der Ed. Züblin AG für das Ermöglichen dieser Einsatzübung. Ebenso bedanken wir uns bei der Jugendgruppe des THW-Ludwigsburg. Die Junghelfer leisteten als Verletztendarsteller ebenfalls einen wichtigen Beitrag zu dieser Übung


  • Foto: THW Ludwigsburg

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