15.11.2015, von Michael Bulling

Einsatz nach schwerem Erdbeben

Ludwigsburg / Heilbronn – Helfer des Ludwigsburger THW-Ortsverbandes üben sich im Retten von Personen nach einer massiven Zerstörung durch Erdstoß

Foto:THW Ludwigsburg

Am frühen Samstagmorgen wurde der Großraum Heilbronn durch ein Erdbeben erschüttert. Eine Bergungsgruppe des THW-Ortsverbandes Weinsberg wurde zum Einsatz in den Heilbronner Membrodsweg beordert. Während die Einsatzkräfte die Rettung mehrerer verletzter Personen einleiteten, kam es zu einem erneuten Erdstoß. Das schon beschädigte Wohngebäude stürzte über den THW-Helfern zusammen. Aus dem Ortsverband Ludwigsburg wurden daraufhin die Bergungsgruppen alarmiert, um die verunglückten Einsatzkräfte sowie die Bewohner zu retten. Vor Ort bot sich den Katastrophenschutzhelfern ein Bild des Grauens: Kaum ein Stein war mehr auf dem Anderen.

Zum Glück handelte es sich nur um ein fiktives Übungsszenario, dem sich die Helfer des Technischen Zuges und der Jugendgruppe aus Ludwigsburg ausgesetzt sahen. Das Trümmergelände der Rettungshundestaffel Unterland bietet zahlreiche Möglichkeiten, das Retten verletzter Personen aus unterschiedlichen Situationen zu üben.

Zunächst wurde die Einsatzstelle durch die Junghelfer abgesichert, während die erwachsenen Helfer bereits mit der Rettung einer verunglückten Person von einem beschädigten Turm begannen. Dabei wurde mithilfe des Einsatzgerüstsystems eine Rettungsplattform neben dem Turm aufgebaut und die Person anschließend über eine schiefe Ebene hinabgelassen. Kaum war die Einsatzstelle abgesichert, gab es den nächsten Einsatzauftrag für die Junghelfer. Es musste mittels Hebekissen eine unter einem Funkmast eingeklemmte Person befreit und aus dem Trümmergebiet gebracht werden.

Aus einem mehrstöckigen, nahezu komplett eingestürzten Gebäude wurden anschließend einzelne THW-Helfer und ein Baby gerettet. Hierbei war besonders das Arbeiten auf wenig Platz die Herausforderung, da Mauerreste und eine niedrige Decke für ein realistisches Szenario sorgten. Erschwert wurde die Rettung nicht nur durch das unwegsame Gelände selbst, sondern auch künstlich versperrte Zugänge. So sahen sich die Einsatzkräfte immer wieder neuen Schwierigkeiten gegenüber gestellt. 

Nach einer Stärkung aus der THW-Küche wurde die Übung fortgesetzt.

Die Katastrophenschutzhelfer der Zukunft mussten nun selbst in ein teilweise eingestürztes Gebäude eindringen, um dort vermutete Personen zu finden und an die Oberfläche zu bringen. Der einzige Zugang wurde durch einen umgestürzten Baum versperrt, der mittels Greifzug beseitigt werden musste. Nachdem sich die Junghelfer Zutritt zu der Röhre verschafft hatten, wurden bei der folgenden Erkundung zwei vermisste Personen gefunden. Eine Person konnte die Schadensstelle selbständig in Begleitung eines Junghelfers verlassen, die andere Person musste mithilfe der Bergeschleppe gerettet werden.

Währenddessen leiteten die erwachsenen Helfer die Rettung zweier verschütteter THW-Kameraden aus dem 90 Meter langen Röhrensystem unterhalb des Trümmerberges ein. Auch hier galt es wieder auf engem Raum zu arbeiten. Dieses Mal kam noch die große Distanz zwischen den eingesetzten Kräften und die schräg abfallenden Röhren hinzu.

Eine besondere Herausforderung bot sich beiden Gruppen noch kurz vor Übungsende. Von umgestürzten Bäumen war eine Person eingeklemmt worden. Diese galt es nun durch den fachmännischen Einsatz der Motorkettensäge zu befreien. Im Anschluss musste die Person einen Steilhang hinauf transportiert werden, um sie an den Rettungsdienst zu übergeben. Die Junghelfer mussten in ihrer letzten Aufgabe einen weiteren Verletzten durch eine mehrere Meter lange Röhre mit gerade einmal 60 Zentimetern Durchmesser retten. Hierbei hatte auch der kleinste Junghelfer seine Aufgabe gefunden, da er als einziger durch die Röhre passte. Für seinen Rückweg war die Teamarbeit und Kreativität der Jugendgruppe gefragt. Da der Junghelfer selbst durch Auffanggurt und Sicherheitsseil gesichert war, wurde er zusammen mit dem verletzten Kind kurzerhand von seinem Kameraden zurück ins Freie gezogen. Zügig wurde das Kind zum Rettungsdienst gebracht, damit es weiter versorgt werden konnte.

Das Fazit der Teilnehmer und der Übungsleitung deckte sich vor allem in einem Punkt: Realitätsnahe Übungen helfen bei der Vertiefung der erlernten Fähigkeiten. So zeigten sich Zugführer und Jugendbetreuer zufrieden mit dem Ergebnis ihrer Helfer.

Unterstützt wurden die Ludwigsburger THW-Helfer durch Kameraden des Ortsverbandes Weinsberg, die zusammen mit einigen Übungspuppen die Verletzten mimten. Herzlichen Dank auch an die Rettungshundestaffel Unterland für die Überlassung des Geländes.


  • Foto:THW Ludwigsburg

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